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Luther und die Fürsten

Am Anfang war das Wort: Luther 2017 - 500 Jahre Reformation. Externer Link öffnet in neuem Fenster1. Nationale Sonderausstellung zum 500. Reformationsjubiläum
Luther und die Fürsten: Torgau Schloss Hartenfeld Mai bis Oktober 2015

Luther und die Fürsten

Selbstdarstellung und Selbstverständnis des Herrschers im Zeitalter der Reformation

Prachtmitra des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg, Mitteldeutsch, vermutlich Halle, 1516 (?), Rüstkammer, (c) SKD, Foto: Jörg Schöner

Von den 95 Thesen bis heute

Die Ausstellung "Luther und die Fürsten" bildet den Auftakt der vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum. Sie befasst sich mit dem Verhältnis von Reformation und Herrschaft. Mit der Veröffentlichung der Thesen gegen den Ablasshandel wagte Martin Luther einen gewaltigen Schritt, denn er forderte die Autorität der Kirche heraus und leitete dadurch die Reformation ein. Ihre Wirkungskraft verdankte die Reformation insbesondere dem Eintreten der protestantischen Fürsten für Martin Luthers Lehren, allen voran den Kurfürsten von Sachsen. Mit ihrer Macht unterstützten sie die kirchenpolitische Kritik des Reformators, die durch Flugschriften rasch verbreitet wurde und im 16. Jahrhundert eine wahre Medienrevolution auslöste. Martin Luthers Bibelverständnis wurde zum Politikum und veränderte nicht nur die Glaubeslandschaft, sondern auch die politische Landkarte - bis heute!

Eine Ausstellung an 5 Orten in und um Schloss Hartenfels

Jeremias Sibenbürger,  Thronender Heiliger Benno von Meißen, (c) Diözesanmuseum Freising (Leihgabe der Metropolitankirchenstiftung Zu Unserer Lieben Frau, München), Foto: Walter Bayer

Schloss Hartenfels

Flügel D - Eine Schatzkammer der Geschichte

Die Ausstellung im Albrechtsbau von Schloss Hartenfels beginnt mit der Bekanntmachung des Generalablasses im Jahr 1515 und endet 1591 mit dem Torgauer Bündnis. Die Präsentation spannt den Bogen von Kursachsen, wo die lutherischen Lehren ihren Ursprung hatten, über die reformierte Kurpfalz und das gegenreformatorische Bayern bis zu den durch die Reformatoren in Frage gestellten Herrschaftsvorstellungen des deutschen Kaisers.

Kostbare Kunstwerke, die von Leihgebern aus Deutschland, Europa und den USA gewonnen werden konnten, verwandeln die Schau in eine Schatzkammer der Geschichte. Gemälde, Schatzkammerstücke und Prunkharnische sowie weitere historische Exponate zeigen eindrucksvoll die gegenseitige Beeinflussung von Politik und Reformation und öffnen ein Fenster in die Epoche der Konfessionalisierung.

  • Altdeutsch, Siegelring Martin Luhters, Grünes Gewölbe, (c) SKD, Foto: Karpinski

    Kurfürstliches Gemach

    Darüber hinaus kann im Schloss erstmals das Kurfürstliche Gemach wieder besichtigt werden. Neben einer Visualisierung der ursprünglichen Raumkubatur werden hier persönliche Objekte Martin Luthers gezeigt, etwa sein Siegelring oder ein Silberbecher aus seinem Besitz.

  • Schlosskapelle, Foto: Jörg Schöner

    Schlosskapelle

    Die Schlosskapelle von Schloss Hartenfels ist der erste und 1544 von Martin Luther persönlich eingeweihte protestantische Kirchenneubau. Sie wirkt über ihre Architektur: hier wird im Kontext der Ausstellung das Wort in Form von Predigten und Kirchenliedern Martin Luthers zu hören sein.

Kanzlei, (c) Stadt- und Kulturgeschichtliches Museum Torgau

Kurfürstliche Kanzlei

Die Kurfürstliche Kanzlei wirft in zehn Sektionen Schlaglichter darauf, wie die dort ansässige sächsische Verwaltung als Machtzentrale der Reformation auftrat und das Werden und Wirken der Reformation erst ermöglichte. Erst durch die Medienrevolution des 16. Jahrhunderts konnten die Forderungen der Reformation nach gesellschaftlichen Veränderungen verbreitet werden. Bis heute wirkt dies beispielsweise in Sprache, Bildung und Ehe- sowie Familienleben nach. So ist die obersächsische Kanzleisprache, die Luther für seine Bibelübersetzung nutze, die Grundlage der heutigen deutschen Sprache.

Ehemalige Superintendentur, Foto: Dirk Brzoska

Superintendentur

Die Torgauer Superintendentur ist eine der ersten kirchlichen Verwaltungszentralen ihrer Art. An diesem Ort verfasste Philipp Melanchthon im Auftrag des Kurfürsten Johann des Beständigen zusammen mit Martin Luther, Johannes Bugenhagen und Justus Jonas die Torgauer Artikel. Diese fanden 1530 Aufnahme in die Confessio Augustana, das erste bis heute gültige schriftliche Bekenntnis der evangelischen Kirche(n). Im Rahmen der Ausstellung werden an diesem für die evangelische Kirchengeschichte denkwürdigen Ort das erste Reformationsjubiläum 1617 behandelt sowie anhand von Ausschnitten aus bekannten Spielfilmen das heutige Luther-Bild dargestellt.